Informationstour im Windpark Hilchenbach

11. September 2014 - Rund 25 Mitglieder der Wirt­schaftsjunioren Südwestfalen und des Industrie- und Handelsclubs Südwestfalen konnten den Windpark in Hilchenbach besichtigen. Sie waren von den Dimensionen und der Technik der Windräder beeindruckt:

In der Parkanlage stehen fünf Windtürme mit einer Nennleistung von insgesamt 10.000 kW. „Jedes Windrad ist mit einer Ge­samthöhe von knapp 180 m – einschließlich Rotorblätter – höher als der Kölner Dom. Allein die Nabenhöhe, an der die Rotorblätter angebracht sind, beträgt fast 140 m. Auf dieser Höhe befinden sind auch die Generatoren, jeder 54 Tonnen schwer. Ein­gebaut sind sie in ‚Maschinenhäuser’ mit den Ausmaßen von Klein­bussen“ berichtete Günter Pulte, Geschäftsführer der Rothaarwind GmbH, der die Besichtigung durch­führte.
 
Er führte die Unternehmer und Führungskräfte aus der Region auch direkt zu einem Windradturm heran. Direkt da­vor musste jeder den Kopf ganz in den Nacken legen, um das sich in den Himmel erstreckenden Windrad zu erblicken. Aber auch am Bo­den sind die Ausmaße beein­druckend: Hier hat der Turm einen Durchmesser von über 13 m, in der Erde ist das Fundament 22 m breit.
 
Die Teilnehmer waren überrascht, wie diese Kolosse von Windrädern sich dennoch von weitem betrachtet durchaus unspektakulär in die schöne Landschaft des Rot­haargebirges einfügen.


 
Nach der Besichtigung des Windparks ging es für alle ins nahe gelegene Heinsberg zum Gasthof Schwermer. Dort trug Günter Pulte das Bürgerwind-Konzept mit allen Einzelheiten, auch zum Thema Umwelt- und Naturschutz, vor. Die Bilder vom Bau der Windräder im Jahr 2007 dokumentierten eine logistische und bauliche Meisterleistung und faszinierten die Zuhörer ebenfalls. „Der Bauantrag wog zum Schluss fast 22 Kilo“, berichtete Pulte. Daraus könne jeder erahnen, was beim Bau zu berücksichti­gen gewesen wäre. Der Windpark produziere jährlich mehr als 20 Mio. KWh und de­cke damit den Bedarf von über 6.000 Haushalten bzw. ca. 24.000 Verbrauchern.
 
Die Zuhörer aus der Wirtschaft stellten auch kritische Fragen zum Windpark, aber auch zur Energiewende und dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) im Allge­meinen. Dazu Pulte: „Wir wären auch für eine Abschaffung des EEG, wenn es bei den Stromerzeugungspreisen insgesamt keine Verzerrung geben würde“. Denn auch so genannte konventionelle Energien wie Kohle und Gas würden noch hoch subven­tioniert, wenn alle volkswirtschaftli­chen Kosten mit eingerechnet würden. „Mit einem Herstellungspreis von etwa 9,2 Cent pro KWh wären wir dann konkurrenzfähig“ so Pulte.
 
Bericht: Stephan Jäger (WJSW)


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